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Grenzwerte und Lateralabstände.........von Dieter Donner

Die aktuelle Diskussion über die Grenzwerte, die für die Regulierungsbehörde und die Baubehörden der Kommunen als Maßstab gilt, ist eine Scheindiskussion. Denn die aktuellen Grenzwerte berücksichtigen nur die thermische Komponente, die das Erhitzen oder Kochen insbesondere der Gehirnzellen vermeiden soll, nicht aber die bio-elektrischen Auswirkungen.

Für eine Vorsorge, um alle möglichen Schäden durch gepulste Mikrowellenstrahlung zu vermeiden, wäre es angemessen, den niedrigst möglichen Wert der Immission (d.h., der Wirkung auf den betroffenen Menschen) zu wählen. Die jetzigen Grenzwerte erlauben es, auch in jeder Tiefgarage noch jedes Gespräch führen zu können. Dabei wäre eine hundertprozentige Versorgungssicherheit für mögliche Telefonate auch über kleine Außenantennen an den Tiefgaragen oder größeren Häusern mit entsprechenden Ministationen im Gebäude zu erreichen. Dieses Prinzip wird heute schon bei den sogenannten Hot-Spots angewendet, die den Zugang von tragbaren Computern zum Internet in Flughäfen, Internet-Cafés und anderen Örtlichkeiten jederzeit möglich machen sollen.

Über die Belastungen aus diesen Funk-Netzwerken (genannt Wireless LAN oder kurz WLAN) wird zur Zeit noch heftig diskutiert: So berichtet die Zeitschrift PC-Professionell (Oktober 2003/Seite 46) unter der Überschrift „Strahlende WLANs“: “DECT -Telefone sind als Dauerstrahler bekannt. Doch auch WLAN-Access-Points sind aufgrund gepulster Funksignale kritisch, Gesundheitsgefahr ist nicht ausgeschlossen.“ Und weiter: “Die Strahlungsstärke oder auch Leistungsflussdichte bezeichnet die auf eine bestimmte Fläche einwirkende Sendeenergie. Da WLAN-Accesspoints genau wie Mobilfunk-Netze gepulste Strahlung abgeben, wenn gleich deutlich schwächer, sind beide Techniken vergleichbar. Im Rahmen der Mobilfunk-Forschung erstellte Studien dienen so als Grundlage für die Einschätzung eventueller negativer Einflüsse der WLAN-Geräte. Nach der Auswertung von 100 Mobilfunk-Gutachten schließt das Ecolog-Institut (www.ecolog-institut.de), dass eine dauerhafte Strahlungsstärke von 10 000 Mikrowatt pro Quadratmeter (µW/m2) das Reaktionsvermögen, die Gehirnströme oder die Blut-Hirn-Schranke beeinflusst. Weiterhin gibt es Hinweise auf durch Strahlung verursachte Erbgutschäden oder ein erhöhtes Krebsrisiko. Bei 1600 Mikrowatt je Quadratmeter werden bei Kindern bereits Störungen der Motorik und des Gedächtnisses nachgewiesen. Die 1996 abgeschlossene Studie an über 900 Kindern, die in der Nähe einer lettischen Militär-Radarstation leben, gilt allerdings nicht als umfassend genug. Die Wissenschaftsredaktion des Europäischen Parlaments definiert im März 2001 Strahlungsstärken von bis zu 100 µW/m² als unbedenklich. Der renommierte Medizinphysiker Dr. Lebrecht von Klitzing (Universität Lübeck) liegt mit einer Empfehlung von 10 µW/m2 noch darunter. Die Landessanitätsdirektion Salzburg möchte gar nur 1µW/m2 erlauben. Die Ökotest-Experten raten bei Überschreitung von 100 µW/m2 von entsprechenden Produkten ab.“

Je größer der Abstand und je mehr Hindernisse die Strahlung (=Emission der Senderanlagen) abhalten, umso geringer ist die Belastung, die beim Menschen ankommt (=Immission).

 

Fazit: Zu hohe Sendeleistungen und zu geringe Abstände führen immer noch zu unnötig hohen Belastungen. Dies veranschaulicht auch die unten stehende Grafik deutlich. Bei den derzeitigen Sendeleistungen sind Entfernungen von mehr als 10000 Metern notwendig, um schädliche Belastungen zu vermeiden. Unsere Forderung an den Gesetzgeber und die Betreiber lautet daher, die Sendeleistungen drastisch zu reduzieren.

Den negativen Einflüssen von DECT und WLAN kann sich jeder durch temporäres oder gänzliches Abschalten entziehen. Bei Mobilfunk-Antennen hingegen ist das nicht möglich. Der 100-Meter-Abstand zu sensiblen Bereichen reicht bei weitem nicht aus, um negative Einwirkungen zu vermeiden. Es kommen dort immer noch Belastungen an , die weit über unbedenklichen Werten liegen.