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Ausgleich in Monheim..........von Dieter Donner

Der Wall zwischen Monbagsee und der Opladener Straße sorgt für Aufregung: Ursprünglich als Ausgleichsmaßnahme für die Inanspruchnahme von Natur und Landschaft erstellt, sollte er wieder zur Disposition gestellt werden. Dagegen erhob Wilhelm Knebel Einspruch.

Der Wall war ursprünglich erstellt worden, um den Eingriff in Flächen des Landschafts- und Naturschutzes durch den Bau von Gebäuden für die Firma Robot auszugleichen. Diese Maßnahme war Bestandteil eines gültigen Bebauungsplanes. Damit war auch nach Meinung des Beigeordneten Gerd Spiecker der Wall rechtlich abgesichert und hätte somit nur nach einer entsprechenden Änderung des Bebauungsplanes beseitigt werden können. Um einen Blick auf den See und Vogelbeobachtungen besser zu ermöglichen, wurde der Bau eines Beobachtungsturmes abgesprochen. Dieser Plan wurde durch die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Mettmann, die Biologische Station Urdenbacher Kämpe und ein Gutachten des Wasserwerkes Monheim unterstützt.

Am 7. Mai 2003 wurde jedoch der Bau des Turmes abgelehnt und ein neuer Bebauungsplan für die Ausgleichfläche gefordert. Mehr noch: Der CDU-Planungsexperte Karl-Heinz Taplick wollte den Wall gar beseitigen, um Autofahrern einen Blick auf den dahinter liegenden See zu ermöglichen. Da nun zu befürchten war, dass durch eine "schnelle Aktion" Fakten geschaffen werden könnten, hat Wilhelm Knebel die Bezirksregierung um "Sicherstellung" des Walls gebeten.

Diesem Wunsch ist die Bezirksregierung als Obere Landschaftsbehörde angesichts der Sachlage mit der "ordnungsbehördlichen Verordnung über die einstweilige Sicherstellung der Erweiterung des Naturschutzgebietes Monheimer Baggersee" vom 31.10.2003 nachgekommen. Jetzt ist durch diese Verordnung sichergestellt, dass alle weiteren Maßnahmen nach Recht und Gesetz und unter fachkundiger Würdigung aller Belange geprüft und entschieden werden: Kein Grund also für irgendwelche Aufgeregtheiten.

Warten wir in Ruhe ab, was an Argumenten in das Verfahren eingebracht wird. Dann werden auch wieder die Belange des Naturschutzes nicht nur vom BUND sondern auch von den übrigen Unterstützern eingebracht und gehört. Mittlerweile scheinen sich die Gemüter zu diesem Thema etwas beruhigt zu haben. Dafür war es hilfreich, dass Lokal-Politiker und dir öffentliche Meinung nachvollzogen haben, dass das Entstehen des Walls Bestandteil eines rechtsgültigen Bebauungsplanverfahrens ist.

Bei der kurzen Strecke des Walls würde eine Beseitigung dem Autofahrer maximal 4 Sekunden den Blick auf den Monbagsee ermöglichen. Wer achtet in dieser Zeit aber auf die Straße und den übrigen Verkehr?